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Welcher Kunststoff für Dichtungen geeignet ist, hängt vor allem vom abzudichtenden Medium, der Temperatur, dem Druck und der Bewegungsart ab. PTFE ist eine häufige Wahl bei aggressiven Chemikalien und großen Temperaturunterschieden. PEEK bietet eine höhere mechanische Festigkeit, während PE-UHMW bei Verschleiß und niedrigen Temperaturen Vorteile besitzt.
Bei vielen klassischen Dichtungen ist allerdings kein thermoplastischer Kunststoff, sondern ein Elastomer wie EPDM, NBR oder Silikon erforderlich. Diese Werkstoffe lassen sich elastisch zusammendrücken und kehren nach der Belastung weitgehend in ihre ursprüngliche Form zurück. Die wichtigste Frage lautet daher zunächst nicht PTFE oder PEEK, sondern: Wird eine elastische oder eine formstabile Dichtung benötigt?
Für technisch anspruchsvolle Dichtungselemente kommen insbesondere folgende Werkstoffe infrage:
PTFE bei aggressiven Medien, geringer Reibung und hohen oder niedrigen Temperaturen
PEEK bei hohen Temperaturen, hohen Drücken und mechanischer Belastung
PVDF bei Säuren, Laugen und chemisch belasteten Anlagen
PE-UHMW bei Abrieb, Verschleiß und tiefen Temperaturen
POM-C für formstabile Stütz-, Führungs- und Abstreifelemente
EPDM für Wasser, Witterung und viele Heißwasseranwendungen
NBR bei Kontakt mit Ölen und Kraftstoffen
Silikon bei hohen und niedrigen Temperaturen
FKM bei Ölen, Kraftstoffen, Chemikalien und erhöhten Temperaturen
Eine pauschale Rangfolge gibt es nicht. Ein chemikalienbeständiger Dichtungswerkstoff kann bei hoher mechanischer Belastung ungeeignet sein. Ein besonders elastisches Material kann wiederum gegenüber dem eingesetzten Medium versagen.
Wer das passende Dichtungsmaterial auswählen möchte, muss deshalb die vollständigen Betriebsbedingungen betrachten.
Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Elastomere häufig als Gummi und Thermoplaste als Kunststoff bezeichnet. Technisch gehören jedoch beide Gruppen zu den polymeren Werkstoffen.
Der entscheidende Unterschied liegt im mechanischen Verhalten.
Elastomere lassen sich unter Druck stark verformen und bauen dabei eine Rückstellkraft auf. Diese Rückstellkraft sorgt dafür, dass die Dichtung an den Dichtflächen anliegt und Unebenheiten ausgleicht. Deshalb werden Elastomere häufig für Flachdichtungen, O-Ringe, Membranen und flexible Dichtprofile eingesetzt.
Thermoplastische Dichtungswerkstoffe wie PTFE oder PEEK sind deutlich formstabiler und weniger elastisch. Sie eignen sich besonders für:
hohe Temperaturen
aggressive Medien
hohe Drücke
geringe Reibung
verschleißbeanspruchte Dichtungen
Stütz- und Führungsringe
präzise bearbeitete Dichtungselemente
Die Frage Kunststoff oder Gummi für Dichtungen lässt sich daher anhand der benötigten Rückstellkraft beantworten. Muss sich die Dichtung stark anpassen und Unebenheiten ausgleichen, ist häufig ein Elastomer erforderlich. Muss das Bauteil dagegen Druck, Temperatur oder chemischer Belastung widerstehen, kann ein thermoplastischer Hochleistungskunststoff geeigneter sein.
Ein Dichtungswerkstoff muss unter realen Einsatzbedingungen dauerhaft funktionieren. Datenblattwerte bei Raumtemperatur reichen für eine zuverlässige Auswahl häufig nicht aus.
Das Medium ist eines der wichtigsten Auswahlkriterien. Säuren, Laugen, Lösemittel, Kraftstoffe, Öle, Wasserdampf und Reinigungsmittel greifen Werkstoffe unterschiedlich an.
Eine ungeeignete Kunststoffdichtung kann:
aufquellen
verspröden
Festigkeit verlieren
sich verfärben
sich auflösen
ihre Elastizität verlieren
dauerhaft verformen
PTFE besitzt eine sehr breite Medienbeständigkeit. PEEK verbindet eine hohe Chemikalienbeständigkeit mit besseren mechanischen Eigenschaften. PVDF ist gegenüber vielen Säuren, Laugen und chlorhaltigen Medien beständig. NBR eignet sich dagegen besonders für Öle, während EPDM häufig bei Wasser und Witterung eingesetzt wird.
Da Konzentration, Temperatur und Einwirkdauer die Beständigkeit verändern, sollte für den konkreten Anwendungsfall stets die Chemikalienbeständigkeit von Kunststoffen geprüft werden. PTFE gilt dort als nahezu universell chemikalienbeständig, während PEEK eine hohe chemische Widerstandsfähigkeit mit größerer Strukturfestigkeit verbindet.
Eine Dichtung muss sowohl die maximale als auch die minimale Betriebstemperatur aushalten. Entscheidend sind nicht nur kurzzeitige Temperaturspitzen, sondern auch die Dauerbelastung und mögliche Temperaturwechsel.
Hohe Temperaturen können dazu führen, dass ein Kunststoff:
weicher wird
seine Druckfestigkeit verliert
stärker kriecht
schneller altert
seine Rückstellkraft verliert
Bei tiefen Temperaturen können Werkstoffe verhärten oder verspröden. PTFE, PEEK und PE-UHMW können auch für sehr niedrige Temperaturen interessant sein. Silikon bleibt ebenfalls über einen breiten Temperaturbereich elastisch.
Weitere Hinweise für Kühlanlagen, Tiefkühllager oder kryogene Anwendungen finden Sie im Beitrag über Kunststoffe bei tiefen Temperaturen. Dort werden insbesondere PTFE und PE-UHMW als geeignete Werkstoffe für sehr niedrige Temperaturen eingeordnet.
Mit steigendem Druck erhöhen sich die Anforderungen an Formstabilität, Extrusionsfestigkeit und Kriechbeständigkeit. Ein weicher oder stark kriechender Dichtungswerkstoff kann aus dem Dichtspalt gedrückt werden.
Für hohe Drücke kommen unter anderem infrage:
PEEK
gefülltes PTFE
metallisch abgestützte PTFE-Dichtungen
Verbunddichtungen
Elastomerdichtungen mit Stützringen
Reines PTFE ist chemisch und thermisch sehr leistungsfähig, besitzt aber eine deutlich niedrigere mechanische Festigkeit als PEEK. Das zeigen auch die technischen Datenblätter der beiden Werkstoffe.
Bei einer statischen Dichtung bewegen sich die Dichtflächen im Betrieb nicht oder nur geringfügig gegeneinander. Typische Beispiele sind Flanschdichtungen, Gehäusedichtungen und Deckeldichtungen.
Bei einer dynamischen Dichtung gleitet oder dreht sich mindestens eine Fläche. Dazu gehören:
Kolbendichtungen
Stangendichtungen
Wellendichtungen
Rotationsdichtungen
Abstreifer
Dynamische Dichtungen stellen höhere Anforderungen an Reibung, Verschleiß und Wärmeentwicklung. Ein Werkstoff kann für eine statische Flachdichtung gut geeignet sein und bei permanenter Bewegung dennoch schnell verschleißen.
Eine Dichtung funktioniert häufig dadurch, dass sie zusammengedrückt wird und dadurch eine dauerhafte Gegenkraft erzeugt. Elastomere besitzen hierfür ein deutlich besseres Rückstellvermögen als PTFE, PEEK oder POM-C.
PTFE kann sich unter dauerhafter Last plastisch verformen. Sinkt die Rückstellkraft, kann die Dichtung undicht werden. Deshalb werden PTFE-Dichtungen häufig konstruktiv vorgespannt, mit elastischen Elementen kombiniert oder aus modifizierten Werkstoffen gefertigt.
Bei dynamischen Dichtungen beeinflusst der Reibwert:
die benötigte Antriebskraft
die Wärmeentwicklung
den Anlaufwiderstand
die Verschleißrate
die Lebensdauer der Gegenlauffläche
PTFE besitzt sehr gute Gleiteigenschaften und eignet sich deshalb häufig für bewegte Dichtungen. Reines PTFE ist jedoch mechanisch vergleichsweise weich. Gefüllte PTFE-Typen können Verschleiß, Druckfestigkeit und Kriechverhalten verbessern.
Ein Polymer ist nicht automatisch lebensmittelkonform, nur weil der Kunststoff grundsätzlich in der Lebensmittelindustrie eingesetzt wird. Entscheidend sind:
die konkrete Werkstoffrezeptur
eingesetzte Füllstoffe und Additive
Farbe
Herstellungsprozess
Kontaktzeit
Kontakttemperatur
das Lebensmittel
vorhandene Konformitätsnachweise
PTFE, PEEK, PE, PP und POM-C sind in geeigneten Qualitäten für Lebensmittelanwendungen verfügbar. Die tatsächliche Eignung muss jedoch anhand der konkreten Produktdokumentation nachgewiesen werden. Mehr dazu erklärt der Vergleich lebensmittelechter Kunststoffe und ihrer Zulassungen.
PTFE gehört zu den wichtigsten thermoplastischen Dichtungswerkstoffen. Das Material besitzt eine sehr geringe Wasseraufnahme, einen niedrigen Reibungskoeffizienten und eine hohe Beständigkeit gegenüber zahlreichen Chemikalien.
Typische Anwendungen für eine PTFE-Dichtung sind:
Ventildichtungen
Pumpendichtungen
Flanschdichtungen
Kolben- und Stangendichtungen
Dichtungen in Chemieanlagen
Dichtungselemente in der Lebensmitteltechnik
Anwendungen mit Lösemitteln
Dichtungen bei hohen oder niedrigen Temperaturen
Für individuell bearbeitete Dichtungsringe, Dichtplatten und Ventilteile können PTFE-Platten nach Maß als Halbzeug eingesetzt werden.
PTFE bietet insbesondere folgende Vorteile:
sehr hohe Chemikalienbeständigkeit
geringe Feuchtigkeitsaufnahme
niedrige Reibung
Antihaftverhalten
breiter Temperatureinsatzbereich
gute elektrische Isolation
hohe Reinheit geeigneter Werkstoffqualitäten
Der größte Nachteil ist die geringe elastische Rückstellung. PTFE verhält sich nicht wie eine klassische Gummidichtung. Wird der Werkstoff dauerhaft zusammengedrückt, kann er kriechen und seine ursprüngliche Form nicht vollständig wieder annehmen.
Das kann zu Problemen führen, wenn:
der Druck stark wechselt
die Dichtflächen arbeiten
die Verbindung häufig erwärmt und abgekühlt wird
eine dauerhafte Vorspannung erforderlich ist
ein großer Dichtspalt vorhanden ist
In solchen Anwendungen können gefüllte PTFE-Compounds oder federunterstützte Dichtungssysteme geeigneter sein.
PEEK ist ein mechanisch hoch belastbarer Hochleistungsthermoplast. Er besitzt eine hohe Festigkeit, Steifigkeit, Temperaturbeständigkeit und chemische Resistenz. Dadurch eignet sich eine PEEK-Dichtung besonders für Anwendungen, bei denen PTFE mechanisch zu weich oder zu kriechanfällig wäre.
PEEK kommt unter anderem infrage bei:
hohen Betriebsdrücken
hohen Temperaturen
schnellen Druckwechseln
mechanisch beanspruchten Ventilen
Pumpen
Kompressoren
hydraulischen Systemen
Hochdruckarmaturen
Stütz- und Führungsringen
Für präzise gefräste oder gedrehte Dichtungselemente können PEEK-Platten für thermisch und mechanisch belastete Bauteile verwendet werden.
Die Entscheidung PTFE oder PEEK für Dichtungen lässt sich vereinfacht anhand der wichtigsten Priorität treffen.
PTFE ist häufig geeigneter, wenn:
eine möglichst breite Medienbeständigkeit benötigt wird
geringe Reibung entscheidend ist
keine hohe mechanische Belastung vorliegt
sehr geringe Wasseraufnahme gefordert ist
ein Antihaftverhalten wichtig ist
PEEK ist häufig geeigneter, wenn:
hohe Druckfestigkeit erforderlich ist
die Dichtung ihre Form unter Last halten muss
erhöhte Temperaturen und mechanische Belastung zusammenkommen
enge Toleranzen erforderlich sind
ein kriechfesterer Dichtungswerkstoff benötigt wird
Eine ausführlichere Entscheidungshilfe bietet der Fachbeitrag PEEK oder PTFE im direkten Vergleich.
PVDF besitzt eine hohe Beständigkeit gegenüber zahlreichen Säuren, Laugen und halogenhaltigen Medien. Der Werkstoff wird deshalb häufig im chemischen Anlagenbau, in der Wasseraufbereitung und in der Halbleiterindustrie eingesetzt.
PVDF eignet sich beispielsweise für:
Dichtungen in chemischen Leitungssystemen
Ventilkomponenten
Pumpenteile
Dichtscheiben
korrosionsbeständige Flanschsysteme
Anwendungen mit hoher Reinheit
Gegenüber PTFE ist PVDF steifer und mechanisch belastbarer. Es erreicht jedoch nicht dessen universelle Chemikalienbeständigkeit und breiten Temperatureinsatzbereich. Ob eine PVDF-Dichtung geeignet ist, muss deshalb anhand des konkreten Mediums und der Konzentration geprüft werden.
PE-UHMW, häufig auch als PE 1000 bezeichnet, besitzt eine sehr hohe Verschleißfestigkeit, eine geringe Wasseraufnahme und gute Gleiteigenschaften. Der Werkstoff eignet sich weniger als klassische elastische Dichtung, kann aber für Abstreifer, Dichtleisten, Führungen und verschleißbeanspruchte Dichtelemente eingesetzt werden.
Typische Anwendungen sind:
Abstreifleisten
Dichtleisten
Führungsringe
Schieber
verschleißbelastete Dichtungselemente
Bauteile in Kühl- und Tiefkühlanlagen
Dichtungen bei niedrigen Temperaturen
Für solche Bauteile können PE-1000-Platten nach Maß eingesetzt werden.
PE-UHMW ist chemisch gegenüber vielen Medien beständig und bleibt auch bei tiefen Temperaturen zäh. Bei hohen Temperaturen, hohen Drücken oder sehr engen Maßtoleranzen stößt der Werkstoff jedoch schneller an seine Grenzen.
POM-C ist kein klassischer Werkstoff für elastische Flachdichtungen. Der Kunststoff besitzt jedoch eine hohe Maßhaltigkeit, gute Zerspanbarkeit und eine vergleichsweise hohe Festigkeit.
Deshalb wird POM-C häufig für folgende Bauteile eingesetzt:
Stützringe
Führungsringe
Abstreifer
Ventilteile
Dichtungsgehäuse
Dichtungsträger
Distanzringe
POM-C-Platten nach Maß eignen sich besonders für präzise bearbeitete Bauteile mit engen Toleranzen.
POM-C ist jedoch nicht für alle Medien geeignet. Insbesondere bei starken Säuren, Oxidationsmitteln und hohen Temperaturen müssen Alternativen geprüft werden. Für eine alleinige statische Flachdichtung fehlt dem Werkstoff außerdem die elastische Rückstellkraft eines Elastomers.
Auch PA6 ist kein universeller Dichtungswerkstoff. Polyamid besitzt eine hohe Zähigkeit und Verschleißfestigkeit, nimmt jedoch deutlich mehr Feuchtigkeit auf als PTFE, PEEK oder POM-C.
Die Wasseraufnahme kann zu folgenden Veränderungen führen:
Maßänderung
geringere Steifigkeit
veränderte Festigkeit
verändertes Lagerspiel
geänderte Dichtwirkung
PA6 kann für Führungsringe, Abstreifer oder mechanisch belastete Stützelemente eingesetzt werden. Für präzise Dichtungen bei wechselnder Feuchtigkeit ist der Werkstoff allerdings häufig weniger geeignet.
Für flexible Dichtungen sind Elastomere häufig geeigneter als thermoplastische Kunststoffe. Die Auswahl hängt vor allem vom Medium und vom Temperaturbereich ab.
| Dichtungswerkstoff | Typische Stärke | Typische Einschränkung |
|---|---|---|
| NBR | Öle, Fette und Kraftstoffe | Begrenzte Witterungs- und Ozonbeständigkeit |
| EPDM | Wasser, Heißwasser, Witterung und Ozon | Ungeeignet für viele Mineralöle |
| FKM | Öle, Kraftstoffe, Chemikalien und erhöhte Temperaturen | Höhere Kosten, eingeschränkte Tieftemperaturflexibilität |
| Silikon | Hohe und niedrige Temperaturen, gute Flexibilität | Begrenzte Abrieb- und Weiterreißfestigkeit |
| SBR | Wasser, einfache technische Anwendungen | Begrenzte Öl- und Witterungsbeständigkeit |
| PUR | Abrieb und mechanische Belastung | Nicht für jedes chemische Medium geeignet |
NBR ist ein verbreiteter Werkstoff für Dichtungen mit Kontakt zu Mineralölen, Schmierstoffen und Kraftstoffen.
Typische Anwendungen sind:
Öldichtungen
Hydraulikdichtungen
Maschinendichtungen
Kraftstoffsysteme
Flachdichtungen im Anlagenbau
Für zugeschnittene Flachdichtungen und Zwischenlagen können NBR-Gummiplatten verwendet werden.
NBR sollte nicht pauschal für Außenanwendungen, Ozonbelastung oder heißes Wasser ausgewählt werden. Hier kann EPDM geeigneter sein.
EPDM besitzt eine hohe Beständigkeit gegenüber Witterung, UV-Strahlung, Ozon und vielen wasserbasierten Medien. Der Werkstoff wird häufig für Dichtungen in Gebäuden, Wasseranlagen und Außenbereichen eingesetzt.
Typische Anwendungen sind:
Wasserleitungen
Heißwasseranwendungen
Dachdichtungen
Fenster- und Fassadendichtungen
Dichtungen in Außenanlagen
Flanschdichtungen für wasserbasierte Medien
Für individuell zugeschnittene Dichtungen stehen EPDM-Gummiplatten oder runde EPDM-Gummischeiben zur Verfügung.
EPDM ist allerdings meist nicht für Mineralöl, Benzin oder Dieselkraftstoff geeignet. Für solche Medien kommt häufig NBR oder FKM infrage.
Silikon bleibt über einen breiten Temperaturbereich elastisch und eignet sich deshalb für thermisch stark wechselnde Anwendungen. Der Werkstoff wird unter anderem in der Lebensmitteltechnik, Medizintechnik, Elektrotechnik und im Gerätebau eingesetzt.
Silikonplatten für temperaturbeständige Dichtungen können zu Flachdichtungen, Auflagen und elastischen Zwischenlagen verarbeitet werden. Die angebotenen Silikonplatten sind laut Produktangaben für einen breiten Temperaturbereich ausgelegt.
Typische Anwendungen sind:
Ofen- und Trocknungsanlagen
Lebensmittelmaschinen
elektrische Gehäuse
Laborgeräte
Kühl- und Heizsysteme
temperaturwechselbelastete Abdeckungen
Silikon besitzt jedoch eine geringere Abrieb- und Weiterreißfestigkeit als viele andere Elastomere. Für dynamisch stark beanspruchte Dichtungen muss die Eignung daher sorgfältig geprüft werden.
Der passende Kunststoff für Flachdichtungen richtet sich vor allem nach Medium, Temperatur, Flächenpressung und Oberflächenbeschaffenheit.
Typische Werkstoffentscheidungen sind:
PTFE für aggressive Chemikalien und hohe Temperaturunterschiede
EPDM für Wasser, Witterung und viele Heißwasseranwendungen
NBR für Öle und Schmierstoffe
Silikon für hohe und niedrige Temperaturen
FKM für Öle, Chemikalien und erhöhte Temperaturen
PEEK für hoch belastete, formstabile Dichtungselemente
Eine Flachdichtung muss kleine Unebenheiten der Dichtflächen ausgleichen können. Je härter und formstabiler das Material ist, desto höher sind meist die Anforderungen an Oberflächenqualität, Vorspannung und Bauteilpräzision.
Bei statischen Dichtungen bewegen sich die Bauteile nach der Montage nicht gegeneinander. Dadurch spielen Reibung und Verschleiß eine geringere Rolle als bei dynamischen Dichtungen.
Wichtiger sind:
Rückstellkraft
Flächenpressung
Kriechverhalten
Setzverhalten
Medienbeständigkeit
Temperaturbeständigkeit
EPDM, NBR, FKM und Silikon eignen sich für viele statische Dichtungen, weil sie Oberflächenunebenheiten elastisch ausgleichen. PTFE wird eingesetzt, wenn die chemische oder thermische Belastung die Möglichkeiten klassischer Elastomere überschreitet.
Bei dynamischen Dichtungen treten Bewegung, Reibung und Verschleiß auf. Neben der Dichtwirkung muss deshalb auch die tribologische Belastung berücksichtigt werden.
Geeignete Materialien können sein:
PTFE und PTFE-Compounds
PEEK
PUR
spezielle NBR- oder FKM-Qualitäten
Werkstoffverbunde
federunterstützte Dichtungssysteme
PTFE ist wegen seines niedrigen Reibwerts besonders interessant. Bei hoher Flächenpressung oder starken Lastwechseln können jedoch gefüllte PTFE-Werkstoffe oder PEEK-Stützringe erforderlich sein.
Für hohe Temperaturen kommen vor allem folgende Werkstoffe infrage:
PTFE
PEEK
Silikon
FKM
spezielle Hochtemperatur-Elastomere
Die reine Maximaltemperatur aus dem Datenblatt reicht für die Auswahl nicht aus. Zusätzlich müssen Druck, Medium, Einsatzdauer und mechanische Belastung betrachtet werden.
Eine Silikondichtung kann bei hoher Temperatur flexibel bleiben, ist aber mechanisch nicht so belastbar wie PEEK. PTFE ist chemisch sehr beständig, besitzt jedoch eine geringere Rückstellkraft. PEEK ist mechanisch stabil, aber deutlich weniger elastisch als klassische Gummidichtungen.
Für heißes Wasser wird häufig EPDM eingesetzt. Bei Wasserdampf steigen die Anforderungen jedoch deutlich. Temperatur, Druck und Dauer der Dampfbelastung müssen gemeinsam bewertet werden.
Mögliche Werkstoffe sind:
geeignete EPDM-Qualitäten
PTFE
spezielle FKM-Typen
Hochtemperatur-Elastomere
Graphit- oder Verbunddichtungen
NBR ist für heißes Wasser und Wasserdampf meist nicht die erste Wahl. PEEK kann für mechanisch belastete Dichtungskomponenten in Dampfsystemen eingesetzt werden, übernimmt aber nicht automatisch die Funktion einer elastischen Flachdichtung.
PTFE ist bei vielen Säuren und Laugen eine besonders sichere Ausgangsbasis. Auch PVDF, PP und PE können je nach Medium, Konzentration und Temperatur geeignet sein.
EPDM ist gegenüber vielen verdünnten Säuren und Laugen beständig, jedoch nicht universell. FKM besitzt eine hohe Medienbeständigkeit, kann aber gegenüber bestimmten Laugen, Aminen oder Heißwasser ungeeignet sein.
Eine Kunststoffdichtung für Säuren oder eine Kunststoffdichtung für Laugen sollte deshalb nie allein anhand der Polymerbezeichnung gewählt werden. Die Beständigkeitsprüfung muss das konkrete Medium, die Konzentration, die Temperatur und die Einwirkdauer einschließen.
Für Dichtungen mit Lebensmittelkontakt kommen unter anderem PTFE, PEEK, Silikon, EPDM, NBR, PE und POM-C infrage. Entscheidend ist jedoch, ob die konkrete Materialqualität für den vorgesehenen Kontakt freigegeben ist.
Zu prüfen sind:
EU-Konformität
FDA-Konformität
Migrationsgrenzwerte
Reinigungsmedien
Kontakttemperatur
Kontaktzeit
Rückverfolgbarkeit
Farbe und Additive
Eine weiße oder naturfarbene Dichtung ist nicht automatisch lebensmittelgeeignet. Auch der Begriff FDA-konformer Kunststoff für Dichtungen sagt ohne konkrete Herstellerdokumentation wenig aus.
Der Beitrag über lebensmittelechte Kunststoffe im Vergleich erläutert die Unterschiede zwischen Materialeignung, Konformität und anwendungsbezogener Prüfung.
Eine Dichtung kann eine Temperatur kurzzeitig aushalten, unter gleichzeitigem Druck aber stark kriechen oder ihre Rückstellkraft verlieren.
PTFE besitzt eine sehr hohe Chemikalienbeständigkeit, ist aber nicht besonders elastisch. Für einfache Wasser- oder Öldichtungen kann ein geeignetes Elastomer technisch und wirtschaftlich sinnvoller sein.
Eine verdünnte Säure kann einen Werkstoff kaum angreifen, während derselbe Stoff in hoher Konzentration ungeeignet ist.
Eine Flanschdichtung und eine bewegte Kolbendichtung stellen völlig unterschiedliche Anforderungen an Reibung, Verschleiß und Rückstellung.
Gefülltes PTFE verhält sich anders als reines PTFE. Auch EPDM, NBR oder Silikon können je nach Rezeptur stark unterschiedliche Eigenschaften besitzen.
Die grundsätzliche Eignung eines Polymers ersetzt keine Konformitätserklärung für die konkrete Werkstoffqualität.
Dicke, Ebenheit, Schnittqualität und Maßtoleranzen beeinflussen die Dichtwirkung. Besonders bei dünnen Flachdichtungen oder präzisen Einbauräumen muss die Fertigung zur Konstruktion passen.
| Einsatzbedingung | Häufig geeigneter Werkstoff |
|---|---|
| Wasser und Witterung | EPDM |
| Mineralöl und Schmierstoffe | NBR oder FKM |
| Aggressive Chemikalien | PTFE, teilweise PVDF oder PEEK |
| Hohe mechanische Belastung | PEEK oder Werkstoffverbund |
| Hohe und niedrige Temperaturen | PTFE oder Silikon |
| Dynamische Dichtung mit geringer Reibung | PTFE-Compound |
| Hoher Abrieb | PUR oder PE-UHMW |
| Lebensmittelkontakt | Geeignete PTFE-, PEEK-, Silikon-, EPDM- oder NBR-Qualität |
| Präziser Stützring | PEEK oder POM-C |
| Heißwasser | Geeignete EPDM-Qualität |
| Wasserdampf | PTFE oder speziell freigegebene Elastomerqualität |
| Tiefe Temperaturen | PTFE, PE-UHMW oder Silikon |
Für aggressive Medien und große Temperaturbereiche ist PTFE häufig der erste Werkstoff, der geprüft wird. Bei hohen Drücken und mechanischen Belastungen kann PEEK die formstabilere Lösung sein. PE-UHMW eignet sich für verschleißbeanspruchte Abstreifer und Dichtleisten, während POM-C vor allem für präzise Stütz- und Führungsringe infrage kommt.
Benötigt die Dichtung eine hohe elastische Rückstellung, sind EPDM, NBR, FKM oder Silikon häufig besser geeignet als ein harter Thermoplast. EPDM eignet sich vor allem für Wasser und Witterung, NBR für Öl, Silikon für große Temperaturunterschiede und FKM für anspruchsvolle Medien- und Temperaturkombinationen.
Die Werkstoffentscheidung darf deshalb nicht allein anhand des Polymernamens getroffen werden. Erst die gemeinsame Betrachtung von Medium, Konzentration, Temperatur, Druck, Bewegung, Dichtspalt und erforderlicher Rückstellkraft führt zu einer belastbaren Auswahl.