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Rundstäbe aus technischem Kunststoff sind ein zentrales Element in der modernen Fertigungstechnik. Sie dienen als vielseitig einsetzbare Halbzeuge, die je nach Materialwahl für unterschiedlichste Einsatzbereiche maßgeschneidert werden können. In Branchen wie Maschinenbau, Medizintechnik, Chemie- oder Lebensmittelindustrie ersetzen sie zunehmend Metalle, da sie neben geringem Gewicht auch hervorragende chemische, thermische und mechanische Eigenschaften aufweisen. Aufgrund der großen Materialvielfalt, der guten Zerspanbarkeit und der hohen Maßhaltigkeit eignen sich Kunststoff-Rundstäbe für die Entwicklung individueller Lösungen – von Prototypen bis hin zu Serienteilen.
Dank ihrer runden Geometrie lassen sie sich einfach weiterverarbeiten und sind in zahlreichen Durchmessern sowie in Längen bis zu mehreren Metern erhältlich. Damit zählen sie zu den wichtigsten Ausgangsformen für Fräs-, Dreh- und Schleifbearbeitungen in der Kunststofftechnik. Doch welche Anforderungen erfüllen sie konkret? Und wo liegen ihre Einsatzschwerpunkte? Dieser Artikel gibt einen strukturierten Überblick über die Eigenschaften und typischen Anwendungen von Rundstäben aus technischem Kunststoff.
Rundstäbe sind zylindrische Kunststoffhalbzeuge, die aus verschiedenen technischen Thermoplasten hergestellt werden. Dazu zählen unter anderem Polyoxymethylen (POM), Polyamid (PA6), Polyethylen (PE-HD), Polytetrafluorethylen (PTFE), Polyvinylchlorid (PVC), Polyvinylidenfluorid (PVDF) sowie Hochleistungskunststoffe wie Polyetheretherketon (PEEK). Diese Materialien werden entweder extrudiert oder gepresst, je nach Anforderungen an Maßhaltigkeit, Oberflächengüte und mechanische Eigenschaften.
Technische Kunststoff-Rundstäbe zeichnen sich durch eine Kombination aus hoher Festigkeit, geringer Reibung, Korrosionsfreiheit und ausgezeichnetem Widerstand gegen Chemikalien, Feuchtigkeit oder Temperatur aus. Aufgrund ihrer elektrischen Isolierfähigkeit eignen sie sich zudem für Anwendungen in der Elektrotechnik. Ihre spanende Bearbeitung ist unkompliziert, sodass sie häufig als Vormaterial für Drehteile, Frästeile oder Sonderkomponenten genutzt werden. Je nach Werkstoff und Herstellungsverfahren sind sie in Durchmessern von wenigen Millimetern bis über 300 mm erhältlich – abgestimmt auf den konkreten Einsatzzweck.
Geringes Gewicht bei hoher Stabilität
Gute chemische und thermische Beständigkeit
Einfache Zerspanbarkeit
Hohe Dimensionsstabilität
Korrosionsfrei und elektrisch isolierend
Im Maschinen- und Anlagenbau werden Kunststoff-Rundstäbe für die Herstellung von Gleitlagern, Führungsbuchsen, Zahnrädern, Rollen oder Klemmvorrichtungen verwendet. Besonders POM oder PA6 überzeugen hier durch ihre Festigkeit, Zerspanbarkeit und das gute Gleitverhalten.
Rundstäbe aus lebensmittelechten Kunststoffen wie PE, POM-C oder PVDF kommen dort zum Einsatz, wo direkte Produktberührung besteht. Dazu zählen Transportrollen, Abstreifer, Fördertechnik-Komponenten oder Führungselemente in der Verpackungslinie. Wichtig ist hier die Einhaltung einschlägiger Normen wie EU 10/2011 oder FDA.
Hier werden hochreine Materialien wie PEEK oder PTFE verwendet, etwa für chirurgische Instrumente, implantatnahe Bauteile oder Gerätekomponenten. Die Materialien müssen hohe Sterilisationsbeständigkeit, Biokompatibilität und eine exzellente mechanische Performance vereinen.
Rundstäbe aus chemikalienbeständigen Kunststoffen wie PTFE, PVDF oder PE-HD sind ideal für den Einsatz in Pumpen, Ventilen, Dichtungen oder Leitungssystemen, die mit aggressiven Medien in Kontakt kommen.
Technische Kunststoffe wie POM, PA oder PVC überzeugen durch elektrische Isoliereigenschaften. Sie werden für Isolierbuchsen, Kabelhalter, Montageträger oder Sensorgehäuse genutzt.
Kunststoff | Eigenschaften | Geeignet für |
---|---|---|
POM | Gute Zerspanbarkeit, hohe Festigkeit, gutes Gleitverhalten | Maschinenbau, Lebensmitteltechnik |
PA6 | Zäh, schlagfest, geräuschdämpfend | Lagertechnik, Getriebetechnik |
PE-HD | Chemikalienbeständig, lebensmittelecht | Chemietechnik, Wassertechnik |
PTFE | Extrem chemikalienresistent, niedriger Reibwert | Chemie, Medizintechnik |
PEEK | Temperatur- & strahlenbeständig, biokompatibel | Medizintechnik, Luftfahrt |
PVC | Gute elektrische Isolierung, kostengünstig | Elektroindustrie |
Rundstäbe aus technischem Kunststoff sind in einer großen Bandbreite an Durchmessern und Längen erhältlich, was eine hohe Flexibilität bei der Weiterverarbeitung und im Einsatz ermöglicht. Typische Durchmesser reichen von etwa 5 mm bis über 300 mm, bei speziellen Anwendungen auch darüber hinaus. Die gängigen Standardlängen liegen bei 1.000 mm, 2.000 mm oder 3.000 mm, wobei viele Hersteller auch individuelle Zuschnittlängen anbieten.
Bei der Herstellung unterscheidet man zwischen extrudierten und gepressten Rundstäben. Extrudierte Varianten sind wirtschaftlicher und für weniger kritische Anwendungen geeignet. Gepresste Rundstäbe hingegen zeichnen sich durch eine besonders hohe Homogenität und reduzierte innere Spannungen aus – ideal für präzise Zerspanung und mechanisch stark belastete Bauteile.
Die Bearbeitung erfolgt in der Regel durch Drehen, Fräsen, Bohren oder Sägen. Dabei ist keine spezielle Schneidtechnik notwendig – handelsübliche Werkzeuge für die Kunststoffbearbeitung reichen oft aus. Auch Schweißen, Kleben oder thermisches Umformen sind je nach Werkstoff möglich. Rundstäbe lassen sich dadurch sowohl in Prototypenfertigung als auch in Serienanwendungen effizient integrieren.
Viele Händler bieten darüber hinaus Materialzertifikate, Lebensmittelzulassungen, RoHS-/REACH-Konformitätsangaben und weitere Dokumentationen an, die besonders in regulierten Branchen wie der Medizintechnik, Chemie oder Lebensmittelindustrie erforderlich sind.
Rundstäbe aus technischem Kunststoff sind in vielen Branchen ein unverzichtbares Halbzeug. Ihre vielfältigen Eigenschaften ermöglichen den Einsatz in anspruchsvollen technischen Anwendungen, in denen Metalle zu schwer, zu korrosionsanfällig oder zu teuer wären. Die richtige Werkstoffwahl entscheidet über die Langlebigkeit und Funktionalität der Endprodukte.
Welche Rundstäbe sind lebensmittelecht?
POM-C, PE-HD, PVDF und PTFE sind je nach Ausführung für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet und erfüllen entsprechende Zulassungen.
Lassen sich Kunststoff-Rundstäbe gut zerspanen?
Ja, besonders POM und PA6 sind sehr gut spanend zu bearbeiten.
Was ist der Unterschied zwischen extrudierten und gepressten Rundstäben?
Extrudierte Rundstäbe sind kostengünstiger und für einfache Anwendungen geeignet. Gepresste Varianten weisen eine höhere Homogenität und geringere Spannungen auf und eignen sich besser für präzise Zerspanung.
Gibt es auch antistatische Rundstäbe?
Ja, für den Einsatz in der Elektronik oder ATEX-Bereichen sind spezielle antistatische oder elektrisch leitfähige Materialien erhältlich.
Können Rundstäbe auch im Außenbereich eingesetzt werden?
Ja, wenn UV-beständige Kunststoffe wie PE-HD schwarz oder PVDF verwendet werden.