Kunststoffplatten Zuschnitt Kunststoffrundstab Zuschnitt Acrylglas Bearbeitung ☎ +49 (0)7131 20 32 35 0 +49(0)178 2344 702 ✉ info@technischekunststoffe24.de

Das richtige Produkt finden

Einfach Stichwort eingeben und Produkte entdecken.

Kunststoffe für Führungen, Gleitleisten und Verschleißteile

PE 1000, POM-C, PA6, PET, PTFE oder PEEK: Finden Sie den passenden Kunststoff für Gleitleisten, Führungen und Verschleißteile.


Kunststoffe für Gleitleisten müssen mehrere Anforderungen gleichzeitig erfüllen: Sie sollen gut gleiten, wenig verschleißen, Belastungen aufnehmen und ihre Abmessungen im Betrieb möglichst zuverlässig beibehalten. Für Führungen, Kettenleisten, Gleitplatten und austauschbare Verschleißteile kommen deshalb unterschiedliche Werkstoffe infrage.

PE 1000 eignet sich besonders für abriebbeanspruchte Gleitleisten und Förderanlagen. POM-C ist häufig die bessere Wahl für präzise Führungselemente. PA6 bietet Vorteile bei stoßartigen und mechanisch hohen Belastungen, während PET eine hohe Maßhaltigkeit mit guten Verschleißeigenschaften verbindet. Für hohe Temperaturen, aggressive Medien oder extreme Belastungen können PTFE, PEEK oder speziell modifizierte Gleitwerkstoffe notwendig sein.

Welcher Kunststoff eignet sich für Gleitleisten und Führungen?

Für viele Gleitleisten aus Kunststoff ist PE 1000 die erste Werkstoffoption. Der Kunststoff besitzt eine hohe Abriebfestigkeit, gute Gleiteigenschaften und eine geringe Feuchtigkeitsaufnahme. Er wird häufig in Förderanlagen, Kettenführungen, Rutschen und verschleißbeanspruchten Auskleidungen verwendet.

PE 1000 ist jedoch nicht automatisch für jede Führung die beste Lösung. Bei engeren Toleranzen, höherer Steifigkeit oder größerer Druckbelastung können POM-C, PET oder PA6 geeigneter sein.

Als erste Orientierung gilt:

Einsatzbedingung Häufig geeigneter Werkstoff
Kettenführungen und Fördertechnik PE 1000
Präzise Führungsleisten POM-C
Hohe Stoßbelastung PA6
Hohe Maßhaltigkeit bei Feuchtigkeit POM-C oder PET
Gleitplatten mit guter Druckfestigkeit PET oder POM-C
Sehr geringe Reibung PTFE oder modifizierter Gleitwerkstoff
Hohe Temperatur und Belastung PEEK
Tiefe Temperaturen PE 1000 oder PTFE
Lebensmittelanlagen geeignete PE-, POM-, PET- oder PEEK-Qualität

Für individuell gefertigte Bauteile lassen sich unterschiedliche Kunststoffplatten nach Maß als Ausgangsmaterial verwenden.

Welche Aufgaben übernehmen Führungen, Gleitleisten und Verschleißteile?

Die Begriffe werden häufig gemeinsam verwendet, beschreiben aber unterschiedliche Bauteilfunktionen.

Führungen

Eine Kunststoffführung hält ein bewegtes Bauteil in einer definierten Position oder Bewegungsbahn. Dazu gehören beispielsweise:

  • Linearführungen

  • Kettenführungen

  • Riemenführungen

  • Schienenführungen

  • Seitenführungen in Förderanlagen

  • Führungsringe und Führungselemente

Bei Führungen sind Maßhaltigkeit, Steifigkeit und ein kontrolliertes Spiel besonders wichtig.

Gleitleisten

Gleitleisten reduzieren den direkten Kontakt zwischen bewegten Metallteilen. Sie bilden eine verschleißarme Gleitfläche und schützen die eigentliche Maschinenkonstruktion.

Typische Beispiele sind:

  • Kettengleitleisten

  • Förderleisten

  • Gleitunterlagen

  • Führungsschienen

  • Auflageleisten

  • Seitenführungen

Bei Gleitleisten stehen Gleiteigenschaften, Abriebfestigkeit und geringe Geräuschentwicklung im Vordergrund.

Gleitplatten

Gleitplatten aus Kunststoff verteilen Lasten auf größere Flächen und ermöglichen Relativbewegungen zwischen Bauteilen. Sie werden unter Maschinenkomponenten, Schlitten, Führungen oder beweglichen Anlagenbauteilen eingesetzt.

Im Vergleich zu schmalen Gleitleisten sind Druckfestigkeit, Ebenheit und Wärmeausdehnung bei Gleitplatten häufig besonders relevant.

Verschleißteile

Verschleißteile sollen gezielt den Abrieb aufnehmen, damit teure Maschinenkomponenten nicht beschädigt werden. Sie werden so konstruiert, dass sie sich bei Bedarf einfach austauschen lassen.

Dazu zählen:

  • Verschleißleisten

  • Prallplatten

  • Abstreifer

  • Auskleidungen

  • Führungsbacken

  • Gleitschuhe

  • Rollen

  • Gleitbuchsen

Der beste Kunststoff für Verschleißteile ist daher nicht zwingend der härteste Werkstoff. Entscheidend ist, welches Material unter den konkreten Belastungen kontrolliert verschleißt und den Gegenlaufpartner möglichst wenig beschädigt.

PE 1000, POM-C, PA6, PET, PTFE und PEEK im Vergleich

Eigenschaft PE 1000 POM-C PA6 PET PTFE PEEK
Gleiteigenschaften Sehr gut Gut Gut Gut Sehr gut Gut
Abriebfestigkeit Sehr hoch Gut Gut bis sehr gut Sehr gut Bei reinem PTFE begrenzt Sehr gut
Druckfestigkeit Mittel Hoch Hoch Hoch Eher gering Sehr hoch
Steifigkeit Gering bis mittel Hoch Mittel bis hoch Hoch Gering Sehr hoch
Maßhaltigkeit Mittel Sehr gut Feuchtigkeitsabhängig Sehr gut Unter Last begrenzt Sehr gut
Wasseraufnahme Sehr gering Gering Hoch Gering Sehr gering Sehr gering
Schlagzähigkeit Sehr hoch Gut Sehr hoch Mittel Mittel Gut
Temperaturbeständigkeit Eher begrenzt Mittel Mittel Mittel Sehr hoch Sehr hoch
Zerspanbarkeit Gut Sehr gut Gut Sehr gut Anspruchsvoller Sehr gut
Kosten Niedrig bis mittel Mittel Mittel Mittel Höher Sehr hoch

Die Tabelle zeigt, warum die reine Verschleißfestigkeit nicht ausreicht. Ein Werkstoff kann sehr abriebfest sein, aber unter hoher Flächenpressung zu stark nachgeben. Ein anderer Kunststoff kann präzise und druckfest sein, aber bei Stoßbelastungen schneller brechen.

Wann eignet sich PE 1000 für Gleitleisten?

PE 1000, auch als PE-UHMW bezeichnet, gehört zu den wichtigsten Werkstoffen für Gleitleisten und Kettenführungen. Der Kunststoff besitzt sehr gute Gleiteigenschaften, eine hohe Verschleißfestigkeit und eine geringe Feuchtigkeitsaufnahme.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • Kettenführungen

  • Riemenführungen

  • Förderanlagen

  • Rutschen

  • Seitenführungen

  • Verschleißplatten

  • Silowände

  • Auskleidungen

  • Abstreifer

  • Gleitunterlagen

Für solche Anwendungen eignen sich PE-1000-Platten für Gleitleisten und Verschleißteile. Weitere technische Grundlagen finden Sie in der Werkstoffübersicht zu PE 1000 als abriebfestem Gleitwerkstoff.

Warum PE 1000 für Kettenführungen geeignet ist

Eine Kettenführung muss dauerhaft mit bewegten Kettengliedern in Kontakt stehen. Der Werkstoff sollte daher:

  • wenig Reibung erzeugen

  • Verschleiß widerstehen

  • Stöße dämpfen

  • Geräusche reduzieren

  • korrosionsfrei sein

  • wenig Feuchtigkeit aufnehmen

PE 1000 erfüllt diese Anforderungen in vielen Förderanlagen besonders gut. Der Kunststoff kann zudem das Laufgeräusch gegenüber metallischen Führungen deutlich reduzieren.

Grenzen von PE 1000

PE 1000 besitzt eine geringere Steifigkeit als POM-C, PET oder PEEK. Unter hoher Druckbelastung kann sich der Werkstoff stärker verformen. Auch die Wärmeausdehnung ist vergleichsweise hoch.

PE 1000 ist deshalb weniger geeignet, wenn:

  • sehr enge Toleranzen notwendig sind

  • hohe Flächenpressungen auftreten

  • die Führung eine hohe Steifigkeit benötigt

  • höhere Temperaturen herrschen

  • große freie Spannweiten überbrückt werden müssen

Bei einer präzisen Führung kann POM-C geeigneter sein, obwohl PE 1000 den besseren Abriebwert besitzt.

Wann ist POM-C die bessere Wahl?

POM-C verbindet gute Gleiteigenschaften mit hoher Festigkeit, Steifigkeit und Maßhaltigkeit. Der Werkstoff eignet sich besonders für präzise POM-Führungsleisten, Rollen, Gleitschuhe und Führungselemente.

Typische Anwendungen sind:

  • präzise Maschinenführungen

  • Führungsringe

  • Gleitbacken

  • Rollen

  • Schieber

  • kleine Gleitleisten

  • Führungselemente mit engen Passungen

  • mechanisch bearbeitete Serienteile

Für diese Bauteile können POM-C-Platten für präzise Führungselemente eingesetzt werden. Die Werkstoffseite zu den Eigenschaften und Einsatzbereichen von POM-C bietet zusätzliche Informationen.

POM-C oder PE 1000?

Die Entscheidung PE 1000 oder POM richtet sich vor allem nach der Priorität.

PE 1000 ist häufig besser, wenn:

  • hohe Abriebfestigkeit entscheidend ist

  • Stoßbelastungen auftreten

  • eine niedrige Reibung wichtig ist

  • die Führung große Schmutzpartikel tolerieren muss

  • keine engen Toleranzen erforderlich sind

POM-C ist häufig besser, wenn:

  • Maßhaltigkeit entscheidend ist

  • enge Passungen benötigt werden

  • höhere Steifigkeit erforderlich ist

  • die Führung präzise gefertigt werden muss

  • geringere Wärmeausdehnung gewünscht ist

Für eine verschleißbeanspruchte Förderkette ist PE 1000 häufig die wirtschaftlichere Lösung. Für einen exakt geführten Maschinenschlitten kann POM-C deutlich geeigneter sein.

Wann eignet sich PA6 für Führungen und Verschleißteile?

PA6 besitzt eine hohe Zähigkeit, gute Verschleißfestigkeit und eine höhere mechanische Belastbarkeit als PE 1000. Der Werkstoff eignet sich besonders für größere und stoßbelastete Bauteile.

Typische PA6-Verschleißteile sind:

  • große Führungsleisten

  • Gleitschuhe

  • Rollen

  • Führungsbacken

  • Lagerteile

  • Prallplatten

  • mechanisch belastete Verschleißeinsätze

Für solche Anwendungen stehen PA6-Platten für mechanisch belastete Gleitleisten zur Verfügung.

Wann ist PA6 besser als PE 1000?

PA6 kann geeigneter sein, wenn:

  • hohe Druckbelastungen auftreten

  • eine höhere Steifigkeit erforderlich ist

  • Bauteile größere Lasten aufnehmen müssen

  • die Konstruktion stoßbelastet ist

  • größere Bauteildicken benötigt werden

PE 1000 bleibt dagegen häufig überlegen, wenn Abrieb, Gleiteigenschaften und geringe Feuchtigkeitsaufnahme im Vordergrund stehen.

Feuchtigkeitsaufnahme bei PA6 beachten

PA6 nimmt deutlich mehr Feuchtigkeit auf als PE 1000, POM-C oder PET. Dadurch können sich Maße und mechanische Eigenschaften verändern.

Bei einer Führung kann dies dazu führen, dass:

  • sich das Führungsspiel verkleinert

  • eine Leiste aufquillt

  • Bohrungsabstände nicht mehr exakt passen

  • die Steifigkeit sinkt

  • das Bauteil weicher wird

PA6 sollte daher nicht allein nach trockenen Datenblattwerten ausgelegt werden. Bei wechselnder Feuchtigkeit sind ausreichendes Spiel und geeignete Befestigungspunkte einzuplanen.

Der Vergleich PA6, POM-C oder PE-HD erläutert die Unterschiede bei Wasseraufnahme und Maßhaltigkeit ausführlicher.

Wann ist PET für Gleitplatten sinnvoll?

PET besitzt eine hohe Festigkeit, Steifigkeit und Maßhaltigkeit. Gleichzeitig nimmt der Werkstoff nur wenig Feuchtigkeit auf und weist gute Verschleißeigenschaften auf.

PET eignet sich besonders für:

  • präzise Gleitplatten

  • Führungsleisten mit engen Toleranzen

  • verschleißbeanspruchte Maschinenteile

  • Führungsringe

  • Rollen

  • Bauteile mit hoher Druckbelastung

  • Anwendungen mit wechselnder Luftfeuchtigkeit

Für solche Bauteile können PET-Platten für maßhaltige Gleitplatten eingesetzt werden.

PET oder POM-C?

PET und POM-C überschneiden sich bei vielen Anwendungen. Beide Werkstoffe sind maßhaltig, gut zerspanbar und nehmen wenig Feuchtigkeit auf.

PET kann Vorteile bieten, wenn:

  • eine höhere Steifigkeit erforderlich ist

  • die Druckbelastung hoch ist

  • die Verschleißfestigkeit im Vordergrund steht

  • präzise Gleitflächen benötigt werden

POM-C ist häufig geeigneter, wenn:

  • hohe Schlagzähigkeit wichtig ist

  • gute Zerspanbarkeit bei komplexen Teilen gefordert wird

  • das Bauteil wechselnden Belastungen ausgesetzt ist

  • ein wirtschaftlicher Universalwerkstoff gesucht wird

Die konkrete Werkstoffqualität ist entscheidend. Gleitmodifiziertes PET kann sich deutlich anders verhalten als ein Standardtyp.

Wann sind PTFE-Gleitleisten sinnvoll?

PTFE besitzt einen sehr niedrigen Reibungskoeffizienten und eine hohe chemische Beständigkeit. Der Werkstoff eignet sich für Gleitflächen, bei denen geringe Reibung, Medienkontakt oder hohe Temperaturen entscheidend sind.

Mögliche Anwendungen sind:

  • chemisch belastete Führungen

  • Gleitunterlagen

  • Dicht- und Gleitelemente

  • temperaturbelastete Führungsplatten

  • Trockenlaufanwendungen

  • Anwendungen mit niedrigen Losbrechkräften

Reines PTFE ist jedoch vergleichsweise weich und neigt unter Dauerlast zum Kriechen. Für hoch belastete PTFE-Gleitleisten werden daher häufig gefüllte oder mechanisch abgestützte Werkstoffe eingesetzt.

PTFE eignet sich weniger, wenn:

  • hohe Flächenpressung auftritt

  • enge Toleranzen dauerhaft gehalten werden müssen

  • dünne Bauteile stark belastet werden

  • eine hohe strukturelle Steifigkeit erforderlich ist

Wann sind PEEK-Führungselemente erforderlich?

PEEK ist ein Hochleistungskunststoff für hohe Temperaturen, hohe Druckbelastung und anspruchsvolle chemische Bedingungen. Der Werkstoff besitzt eine hohe Festigkeit, Steifigkeit und Kriechbeständigkeit.

Typische Anwendungen für PEEK-Führungselemente sind:

  • Hochtemperaturanlagen

  • Pumpen und Kompressoren

  • chemische Anlagen

  • Halbleitertechnik

  • Hochdrucksysteme

  • Präzisionsführungen

  • verschleißbeanspruchte Bauteile mit hoher Temperatur

Für solche Anwendungen können PEEK-Platten für hoch belastete Führungselemente verwendet werden.

PEEK ist technisch leistungsfähig, aber deutlich teurer als PE 1000, POM-C, PA6 oder PET. Der Werkstoff sollte deshalb nur eingesetzt werden, wenn Standardkunststoffe die Anforderungen nicht zuverlässig erfüllen.

Der Beitrag Standardkunststoff oder Hochleistungskunststoff hilft bei der wirtschaftlichen Einordnung. Weitere Einsatzbereiche werden im Artikel über PEEK-Kunststoffe für Gleitführungen und Lagerkomponenten beschrieben.

Welcher Kunststoff eignet sich für Kettenführungen?

Für Kettenführungen wird häufig PE 1000 eingesetzt. Der Werkstoff verbindet hohe Abriebfestigkeit mit guter Schlagdämpfung und niedrigem Reibungswiderstand.

Ein Kunststoff für Kettenführungen muss folgende Belastungen bewältigen:

  • kontinuierlichen Gleitkontakt

  • Schwingungen

  • wechselnde Kettenkräfte

  • Schmierstoffe

  • Schmutz

  • Temperaturänderungen

  • mögliche Feuchtigkeit

PE 1000 ist besonders geeignet, wenn die Kette kontinuierlich läuft und keine extrem hohen Flächenpressungen auftreten.

Bei präziseren oder höher belasteten Führungen können POM-C, PET oder PA6 geeigneter sein. Für hohe Temperaturen kann PEEK erforderlich werden.

Welcher Kunststoff eignet sich für Riemenführungen?

Bei Riemenführungen sind geringe Reibung, gute Oberflächenqualität und Maßhaltigkeit wichtig. Die Führung darf den Riemen nicht unnötig erwärmen oder beschädigen.

Geeignete Werkstoffe sind häufig:

  • PE 1000 für robuste, verschleißarme Führungen

  • POM-C für präzise Riemenführungen

  • PET für druckbelastete, maßhaltige Führungselemente

  • PTFE bei besonders niedriger Reibung

Die Kanten der Führung müssen sauber verrundet werden. Scharfe Übergänge können den Riemen beschädigen und dessen Lebensdauer verkürzen.

Welcher Kunststoff eignet sich für hohe Flächenpressung?

Ein Kunststoff für hohe Flächenpressung muss Druck aufnehmen, ohne sich dauerhaft stark zu verformen.

Unter den verglichenen Standardkunststoffen sind häufig geeignet:

  • POM-C

  • PA6

  • PET

Bei besonders hohen Temperaturen oder Belastungen kann PEEK erforderlich sein.

PE 1000 besitzt zwar eine sehr hohe Abriebfestigkeit, verformt sich aber unter hoher Druckbelastung stärker als POM-C, PET oder PEEK. Reines PTFE ist aufgrund seines Kriechverhaltens ebenfalls nur eingeschränkt geeignet.

Die Flächenpressung darf nicht isoliert betrachtet werden. Gleichzeitig auftretende Bewegung erzeugt Reibungswärme und kann die zulässige Belastung deutlich reduzieren.

Verschleißfestigkeit und Gleiteigenschaften sind nicht dasselbe

Ein häufiger Fehler besteht darin, den Kunststoff mit dem geringsten Reibwert automatisch als verschleißfestesten Werkstoff einzustufen.

Der Reibungskoeffizient eines Kunststoffs beschreibt, wie stark zwei Oberflächen gegeneinander bremsen. Die Verschleißrate beschreibt dagegen, wie viel Material während der Bewegung abgetragen wird.

Ein Werkstoff kann:

  • einen niedrigen Reibwert besitzen und trotzdem stark verschleißen

  • einen höheren Reibwert besitzen und dennoch lange halten

  • die eigene Oberfläche schützen, aber den Gegenlaufpartner beschädigen

  • unter sauberer Belastung gut funktionieren, bei Schmutz aber schnell versagen

Die Werkstoffpaarung ist deshalb wichtiger als ein einzelner Tabellenwert.

Welche Gegenlauffläche eignet sich für Kunststoffführungen?

Die Oberfläche des Gegenlaufpartners beeinflusst die Lebensdauer einer Kunststoffführung erheblich.

Zu berücksichtigen sind:

  • Werkstoff

  • Härte

  • Rauheit

  • Beschichtung

  • Korrosionsbeständigkeit

  • Kanten

  • Schweißnähte

  • Schmutzpartikel

Eine zu raue Oberfläche wirkt wie Schleifpapier und erhöht den Abrieb. Eine ungeeignete sehr glatte Oberfläche kann bei bestimmten Werkstoffpaarungen ebenfalls ungünstig sein.

Bei faserverstärkten Kunststoffen ist besondere Vorsicht erforderlich. Harte Füllstoffe können den metallischen Gegenlaufpartner stärker abnutzen.

Können Kunststoffgleitleisten ohne Schmierung eingesetzt werden?

Viele Kunststoffe können trocken oder mit geringer Schmierung betrieben werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass jede Kunststoffgleitleiste ohne Schmierung dauerhaft wartungsfrei arbeitet.

Eine Schmierung kann:

  • Reibung reduzieren

  • Verschleiß verringern

  • Wärme ableiten

  • Geräusche senken

  • die Lebensdauer verlängern

Sie kann aber auch Nachteile verursachen:

  • Schmutz bindet sich an Fett oder Öl

  • Lebensmittel oder Produkte können verunreinigt werden

  • der Schmierstoff kann den Kunststoff angreifen

  • Wartung wird erforderlich

  • Schmierstoff kann ausgewaschen werden

PE 1000, POM-C und spezielle Gleitmodifikationen eignen sich häufig für Trockenlauf. Bei hohen Geschwindigkeiten oder Belastungen muss die Eignung jedoch technisch geprüft werden.

Die Bezeichnung selbstschmierender Kunststoff sollte kritisch verwendet werden. Standardwerkstoffe geben nicht automatisch Schmierstoff ab. Gemeint ist meist, dass der Werkstoff aufgrund seines niedrigen Reibwerts ohne externe Schmierung betrieben werden kann oder spezielle Festschmierstoffe enthält.

Wann sind modifizierte Gleitwerkstoffe sinnvoll?

Standardkunststoffe reichen nicht für jede Führung aus. Durch Additive können Gleiteigenschaften, Verschleißfestigkeit oder Druckbelastbarkeit verbessert werden.

Typische Modifikationen sind:

  • Ölzusätze

  • PTFE

  • Molybdändisulfid

  • Silikon

  • Graphit

  • Fasern

  • spezielle Festschmierstoffe

Modifizierte Werkstoffe können sinnvoll sein, wenn:

  • dauerhaft trocken gelaufen wird

  • hohe Laufleistungen erforderlich sind

  • Stick-Slip vermieden werden muss

  • eine geringe Losbrechkraft wichtig ist

  • hohe Belastung und Bewegung zusammenkommen

Die Modifikation kann jedoch auch Nachteile verursachen. Fasern können Gegenlaufflächen abnutzen, Additive die Schlagzähigkeit reduzieren und spezielle Rezepturen die Lebensmittelkonformität einschränken.

Wie beeinflussen Temperatur und Feuchtigkeit die Maßhaltigkeit?

Kunststoffe verändern ihre Abmessungen stärker als Metalle. Bei langen Gleitleisten oder großflächigen Gleitplatten kann die Wärmeausdehnung mehrere Millimeter betragen.

Besonders relevant sind:

  • Bauteillänge

  • Temperaturdifferenz

  • Werkstoff

  • Einbausituation

  • Befestigung

  • Feuchtigkeitsaufnahme

PE 1000 besitzt eine vergleichsweise hohe Wärmeausdehnung. PA6 verändert sich zusätzlich durch Feuchtigkeitsaufnahme. POM-C und PET sind maßhaltiger, während PEEK auch bei höheren Temperaturen eine hohe Formstabilität bietet.

Bei Anwendungen in kalten Umgebungen sollten die Eigenschaften von Kunststoffen bei tiefen Temperaturen berücksichtigt werden.

Wie werden Gleitleisten aus Kunststoff richtig befestigt?

Eine Gleitleiste darf nicht so befestigt werden, als wäre sie ein Metallprofil. Die Wärmeausdehnung muss konstruktiv aufgenommen werden.

Geeignete Maßnahmen sind:

  • Langlöcher in Längsrichtung

  • ein definierter Festpunkt

  • gleitende weitere Befestigungen

  • ausreichende Schraubenabstände

  • große Auflageflächen

  • passende Senkungen

  • Vermeidung von Kerben

  • ausreichendes Randmaß

  • Trennung in kürzere Segmente

Bei einer langen Leiste sollte häufig nur ein Befestigungspunkt die genaue Position definieren. Die übrigen Befestigungen müssen eine Längenänderung zulassen.

Schrauben dürfen nicht so stark angezogen werden, dass sich der Kunststoff verformt oder reißt. Besonders bei Senkschrauben können hohe lokale Spannungen entstehen.

Hinweise zum richtigen Umgang mit mechanischen Spannungen finden Sie im Beitrag Spannungsrisse bei technischen Kunststoffen vermeiden. Auch typische Verarbeitungsfehler und Verzug bei Kunststoffen sollten bereits bei Konstruktion und Fertigung berücksichtigt werden.

Welche Rolle spielt die Bauteildicke?

Die Dicke einer Gleitleiste beeinflusst:

  • Steifigkeit

  • Verformung

  • Verschleißreserve

  • Wärmeausdehnung

  • Schraubenabstände

  • Austauschbarkeit

Eine dickere Leiste besitzt eine größere Verschleißreserve, kann sich aber bei Temperaturänderungen stärker ausdehnen. Eine sehr dünne Leiste kann sich an eine unebene Unterkonstruktion anpassen, gleichzeitig aber lokal überlastet werden.

Die Unterlage sollte möglichst eben sein. Hohlstellen führen zu Biegung und lokalen Spannungsspitzen.

Kunststoffe für die Fördertechnik

In der Fördertechnik werden Kunststoffführungen eingesetzt, um Ketten, Riemen, Produkte und Behälter sicher zu leiten.

Häufige Bauteile sind:

  • Kettenführungen

  • Seitenführungen

  • Kurvenführungen

  • Riemenführungen

  • Gleitschienen

  • Produktführungen

  • Abstreifer

  • Verschleißplatten

PE 1000 ist aufgrund seiner Abriebfestigkeit und Dämpfung besonders verbreitet. POM-C wird eingesetzt, wenn Präzision und Steifigkeit wichtiger sind. PET eignet sich für höher belastete, maßhaltige Führungselemente.

In Lebensmittelanlagen muss zusätzlich geprüft werden, ob die konkrete Werkstoffqualität für den Kontakt mit Lebensmitteln geeignet ist.

Typische Fehler bei der Werkstoffauswahl

Den abriebfestesten Kunststoff immer bevorzugen

Ein hoher Abriebwiderstand reicht nicht aus, wenn der Werkstoff unter Druck stark nachgibt oder die erforderlichen Toleranzen nicht hält.

PE 1000 für jede Führung einsetzen

PE 1000 eignet sich hervorragend für viele Gleitleisten, aber nicht automatisch für präzise oder hoch belastete Führungen.

Feuchtigkeitsaufnahme von PA6 ignorieren

Maßänderungen können dazu führen, dass Führungen klemmen oder Befestigungspunkte unter Spannung geraten.

Wärmeausdehnung nicht berücksichtigen

Fest verschraubte lange Gleitleisten können sich aufwölben, verziehen oder an den Schrauben reißen.

Standardmaterial statt Gleitmodifikation auswählen

Bei dauerhaftem Trockenlauf kann ein modifizierter Werkstoff eine deutlich längere Lebensdauer erreichen.

Nur das Kunststoffteil betrachten

Gegenlauffläche, Schmutz, Kanten, Montage und Belastungsverteilung beeinflussen den Verschleiß mindestens ebenso stark.

Entscheidungsmatrix für Führungen und Verschleißteile

Anwendung Häufig geeigneter Werkstoff
Kettenführung PE 1000
Präzise Führungsleiste POM-C
Stoßbelastete Führung PA6
Maßhaltige Gleitplatte PET
Chemisch belastete Gleitfläche PTFE
Hochtemperaturführung PEEK
Abriebbeanspruchte Auskleidung PE 1000
Präziser Führungsring POM-C oder PET
Große mechanische Verschleißteile PA6
Trockenlauf mit hoher Laufleistung modifizierter Gleitwerkstoff
Tieftemperaturanwendung PE 1000 oder PTFE
Hohe Flächenpressung PET, POM-C oder PEEK

Werkstoff nach Belastung statt nur nach Abriebwert auswählen

PE 1000 ist für viele Gleitleisten, Kettenführungen und Verschleißplatten die wirtschaftlichste Lösung. Der Werkstoff verbindet hohe Abriebfestigkeit mit guten Gleiteigenschaften und geringer Feuchtigkeitsaufnahme.

POM-C eignet sich besser für präzise Führungselemente mit engen Toleranzen. PA6 bietet Vorteile bei hohen mechanischen und stoßartigen Belastungen, verlangt aber eine sorgfältige Berücksichtigung der Feuchtigkeitsaufnahme. PET ist besonders interessant, wenn Maßhaltigkeit, Druckfestigkeit und Verschleißfestigkeit gemeinsam gefordert sind.

PTFE sollte eingesetzt werden, wenn Reibung, Chemikalienbeständigkeit oder Temperatur den Ausschlag geben. PEEK ist die Lösung für Anwendungen, in denen Standardkunststoffe mechanisch oder thermisch nicht mehr ausreichen.

Die belastbare Werkstoffauswahl entsteht erst aus dem Zusammenspiel von Flächenpressung, Geschwindigkeit, Temperatur, Feuchtigkeit, Gegenlauffläche, Befestigung und gewünschter Lebensdauer.

Welcher Kunststoff eignet sich am besten für Gleitleisten?
PE 1000 eignet sich für viele Gleitleisten besonders gut, weil der Werkstoff abriebfest ist, gute Gleiteigenschaften besitzt und wenig Feuchtigkeit aufnimmt. Für präzise oder stärker druckbelastete Führungen können POM-C, PET oder PA6 besser geeignet sein.
Ist PE 1000 oder POM besser für Führungen?
PE 1000 ist häufig besser für abriebbeanspruchte Ketten- und Förderführungen geeignet. POM-C bietet dagegen eine höhere Steifigkeit und Maßhaltigkeit und ist daher oft die bessere Wahl für präzise Führungselemente mit engen Toleranzen.
Welcher Kunststoff eignet sich für hohe Flächenpressung?
Für hohe Flächenpressungen kommen häufig POM-C, PET oder PA6 infrage. Bei gleichzeitig hohen Temperaturen oder extremen mechanischen Anforderungen kann PEEK erforderlich sein. PE 1000 und reines PTFE verformen sich unter hoher Dauerbelastung vergleichsweise stärker.
Können Kunststoffgleitleisten ohne Schmierung eingesetzt werden?
Viele Kunststoffgleitleisten können trocken betrieben werden. Ob eine zusätzliche Schmierung notwendig ist, hängt von Belastung, Geschwindigkeit, Temperatur, Gegenlauffläche und Laufdauer ab. Für dauerhaft hohe Laufleistungen können modifizierte Gleitwerkstoffe mit Festschmierstoffen sinnvoll sein.
Wie werden Gleitleisten aus Kunststoff richtig befestigt?
Gleitleisten sollten so befestigt werden, dass sie sich bei Temperaturänderungen ausdehnen können. Bewährt sind ein definierter Festpunkt, Langlöcher in Längsrichtung, ausreichende Schraubenabstände und eine ebene Auflagefläche. Die Schrauben dürfen den Kunststoff nicht lokal übermäßig verspannen.
Kennzeichnungspflicht nach Art. 50 KI-VO: Mit Unterstützung von KI erstellt



SKZ Logo

Offizielles Mitglied des SKZ

Seit 1961 ist das SKZ kompetenter Ansprechpartner für die Kunststoffindustrie.
EPDA Logo

Offizielles Mitglied des EPDA

Die European Plastics Distributors Association ist eine Mitgliederorganisation für Kunststoffhalbzeuge.
BW Kunststoffe Logo Martan Gummi Logo PTFE24 Logo technischekunststoffe24.de Logo Martan Plastik Logo Martan Plastics Logo