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PEEK Bearbeitung

Wie PEEK präzise bearbeitet wird: CNC-Fräsen, Drehen, Bohren, Toleranzen, Halbzeuge und praxisnahe Hinweise für maßhaltige Bauteile. Ideal für Industrie, Konstruktion und technische Anwendungen.


Die Bearbeitung von PEEK erfordert tiefes Werkstoffverständnis, stabile CNC-Prozesse und ein konsequentes Temperaturmanagement. Als Hochleistungskunststoff mit außergewöhnlicher Wärmebeständigkeit, Festigkeit, chemischer Beständigkeit und Dimensionsstabilität zählt PEEK zu den anspruchsvollsten Werkstoffen der technischen Zerspanung. Präzise Bauteile entstehen nur dann, wenn Werkzeugwahl, Schnittparameter, Spanntechnik und Halbzeugqualität optimal aufeinander abgestimmt sind.

PEEK wird in zahlreichen Industriezweigen eingesetzt – vom Maschinenbau über Sensorik, Elektronik und Fluidtechnik bis hin zu luft- und sicherheitstechnischen Anwendungen. Jede Branche stellt spezifische Anforderungen an Maßhaltigkeit, Oberflächenqualität und Bauteilzuverlässigkeit.

Was ist PEEK?

Eigenschaften von PEEK mit Einfluss auf die Bearbeitung

PEEK unterscheidet sich in seinem thermischen und mechanischen Verhalten deutlich von Standardkunststoffen. Zu den zentralen Eigenschaften zählen:
geringe Wärmeleitfähigkeit – Wärme verbleibt länger im Material, daher ist kontrollierte Spanabfuhr wichtig
hohe Steifigkeit und Festigkeit – erhöht die Werkzeugbelastung und erfordert stabile Maschinentechnik
ausgeprägte Rückstellkraft – beeinflusst Passungen und feine Funktionskonturen
innere Spannungen möglich – abhängig von Halbzeugtyp, Abmessungen und Herstellverfahren
temperaturabhängige Maßänderungen – relevant für präzise Führungen, Dichtflächen und Funktionsgeometrien

Ausführliche Grundlagen zu Werkstoffgruppen finden Sie im Kunststoff Lexikon.

CNC-Bearbeitung von PEEK

Die CNC-Bearbeitung verlangt eine präzise Prozessführung. Weitere Informationen zu unseren Fertigungsleistungen finden Sie unter Kunststoffbearbeitung.

Überblick zentraler Bearbeitungsverfahren

Verfahren Vorteile Herausforderungen Typische Anwendungen
Fräsen enge Toleranzen, komplexe Geometrien Hitzeentwicklung, Gratbildung Gehäuse, Funktionsflächen, Strukturbauteile
Drehen hohe Rundlaufgenauigkeit kontrollierte Spanabfuhr erforderlich Buchsen, Rollen, Dichtelemente
Bohren präzise Bohrungen und Durchgänge Ausrissgefahr, Wärmeentwicklung Montagepunkte, Fluid- & Sensoröffnungen
Schleifen hervorragende Oberflächenqualität Materialerwärmung Dichtflächen, Führungsflächen
Polieren sehr geringe Rauheiten erreichbar begrenzte Geometrien medienführende Komponenten

Fräsen

• präzise Hartmetallwerkzeuge mit polierten Schneiden einsetzen
• moderate Schnittgeschwindigkeiten zur Vermeidung lokaler Hitze
• optimierte Spanabfuhr für konstante Maßhaltigkeit
• bedarfsgerechte Kühlung bei filigranen oder eng tolerierten Bauteilen
• hohe Maschinensteifigkeit für Feinbearbeitung

Drehen

• definierte, konstante Vorschübe
• kurze Späne zur Vermeidung von Wärmestau
• spannschonende Aufnahmen für dünnwandige Bauteile
• rotationssymmetrische Komponenten mit hoher Präzision realisierbar

Bohren

• reduzierte Vorschübe für saubere Lochkanten
• Stufenbohrung zum Verhindern von Ausrissen
• regelmäßige Spanabfuhr für konstante Temperaturführung
• ideal für Sensor-, Fluid- und Elektronikkomponenten

Halbzeugqualitäten und ihr Einfluss

Die Wahl des Halbzeugs beeinflusst Maßhaltigkeit, Spannungsverhalten und Oberflächenqualität.

Extrudierte Halbzeuge

• wirtschaftlich
• höhere Eigenspannungen
• für Standardgeometrien geeignet

Gepresste Halbzeuge

• geringere innere Spannungen
• bessere Formstabilität
• ideal für Präzisionsbauteile und hohe Wandstärken

Modifizierte PEEK-Varianten

• glasfaserverstärkt (GF) – höhere Steifigkeit
• kohlefaserverstärkt (CF) – sehr hohe Steifigkeit & geringes Gewicht
• PTFE-modifiziert – optimierte Gleiteigenschaften

Detaillierte Materialübersichten finden Sie im Ratgeber PEEK Kunststoffe.

Toleranzen bei der PEEK-Bearbeitung

PEEK erlaubt hohe Präzision, erfordert aber eine prozessstabile Umgebung.
• übliche Toleranzen: ±0,1–0,2 mm
• engere Toleranzen durch Tempern und klimastabile Fertigung möglich
• thermische Ausdehnung unbedingt frühzeitig berücksichtigen
• Bauteile möglichst in einer Aufspannung fertigen

Für besonders anspruchsvolle Funktionsflächen – z. B. in Sensor- oder Ventiltechnik – ist eine Nachbearbeitung sinnvoll.

Oberflächenqualitäten und Nachbearbeitung

Je nach Anwendung gelten unterschiedliche Anforderungen.

Branchenanforderungen

Maschinenbau: verschleißoptimierte Funktionsflächen
Elektronik & Sensorik: partikelfreie und isolierende Oberflächen
Chemietechnik: glatte, medientaugliche Strukturen
Luftfahrt & Verteidigung: stabil unter dynamischer Belastung - PEEK in der Verteidigungsindustrie

Techniken der Nachbearbeitung

• Schlichten, Feinschlichten
• Schleifen für enge Dicht- und Führungspassungen
• Polieren für medienführende Bauteile
• Kantenbearbeitung für geringere Kerbspannungen

Weitere Werkstoffe und Eigenschaften finden Sie unter Werkstoffe.

Häufige Probleme und Ursachen

thermische Verformung – unzureichende Kühlung oder falsche Schnittparameter
Gratbildung – stumpfe Werkzeuge, unpassende Geometrien
Maßdrift – innere Spannungen, Temperaturgradienten
Oberflächenriefen – Werkzeugverschleiß, Vibrationen
Ovalität bei Rundteilen – fehlerhafte Spanntechnik

Konstruktion und Fertigung – Empfehlungen

Spanntechnik

• großflächige, kraftarme Spannflächen
• Vakuumspannsysteme für dünne Platten
• Mehrfachaufspannung bei komplexen Geometrien
• reduzierte Spannkräfte bei Rundmaterial

Konstruktion

• möglichst gleichmäßige Wandstärken
• Funktionsflächen für Bearbeitung in einer Aufspannung auslegen
• thermische Ausdehnung berücksichtigen
• Verstärkungs- oder Entlastungszonen einplanen

Zuschnitt & Halbzeuge

Für präzise Bauteile ist spannungsarmes Halbzeug entscheidend:
PEEK Platten
Rundstäbe
Kunststoffhalbzeuge

Weiterführende Bearbeitungsgrundlagen finden Sie im Bereich Kunststoffbearbeitung.

Die Bearbeitung von PEEK braucht Erfahrung

Die Bearbeitung von PEEK erfordert Erfahrung, präzise Werkzeugtechnologie und ein tiefes Verständnis der materialtechnischen Zusammenhänge. Werden Temperaturführung, Werkzeugauswahl und Toleranzanforderungen konsequent berücksichtigt, entstehen Bauteile mit hoher Maßhaltigkeit, stabiler Performance und langjähriger Zuverlässigkeit – selbst unter extremen industriellen Einsatzbedingungen.

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