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Kunststoffe übernehmen im ballistischen Umfeld wichtige Funktionen, doch ihre Einsatzbereiche unterscheiden sich klar von klassischen Panzerwerkstoffen. Während Metall- und Verbundsysteme Durchschlagshemmung bieten, punkten Kunststoffe in Zonen, in denen Schlagzähigkeit, Gewichtsvorteile, Transparenz oder Energieabsorption gefordert sind.
Besonders Polycarbonat für Schutzscheiben und UHMW-PE (PE‑1000) für Stoß- und Impact-Bereiche spielen dabei eine zentrale Rolle.
Im Verteidigungsbereich werden Kunststoffe dort eingesetzt, wo sie funktionale Vorteile bieten: Transparenter Splitterschutz, leichte Strukturabdeckungen, energieabsorbierende Zonen oder Anti-Rutsch-Oberflächen. Sie sind kein Ersatz für panzernde Werkstoffe, ergänzen diese jedoch gezielt. Kunststoffe reduzieren Masse, binden Splitter und ermöglichen Konstruktionen, die mit metallischen Materialien nicht realisierbar wären.
Weitere Grundlagen zur Materialbewertung finden Sie im Ratgeber zu mechanischer Belastbarkeit und Hochleistungskunststoffen.
Polycarbonat ist der wichtigste Kunststoff im transparenten ballistischen Schutz. Seine außergewöhnliche Schlagzähigkeit und hohe optische Klarheit ermöglichen Schutzscheiben für Fahrzeuge, Beobachtungsbereiche oder Perimetersysteme. Polycarbonat wird häufig im Verbund mit Glas eingesetzt, um Splitterbindung, Energieverteilung und optische Eigenschaften zu kombinieren.
Typische Eigenschaften:
extreme Schlagfestigkeit
hohe Transparenz
Splitterbindung bei Verbundlaminaten
gute Kälte- und Witterungsbeständigkeit
Einsatzbereiche:
ballistische Fahrzeugfenster
transparente Schutzwände
Sichtmodule unbemannter Systeme
Materialdetails finden Sie unter Polycarbonat. Passende Produkte und Plattenlösungen stehen unter Scheiben zur Verfügung.
UHMW‑PE (PE‑1000) besitzt eine extrem hohe Schlagzähigkeit und hervorragende Gleiteigenschaften. Im ballistischen Umfeld wird es vor allem dort eingesetzt, wo stoßabsorbierende, abriebfeste oder rutschhemmende Flächen benötigt werden. Das Material verformt sich unter Belastung kontrolliert und nimmt Bewegungsenergie effizient auf.
Typische Eigenschaften:
sehr hohe Schlagfestigkeit
herausragende Abrieb- und Gleitwerte
leichte Energieabsorption
unempfindlich gegenüber Feuchtigkeit und Witterung
Einsatzbereiche:
Innenverkleidungen in Fahrzeugen
Stoß- und Impact-Zonen
Anti-Rutsch-Flächen
Schutzabdeckungen empfindlicher Module
Weitere Informationen: PE‑1000.
Trotz ihrer Vorteile ersetzen Kunststoffe keine panzernden Materialien. Sie sind Zusatzwerkstoffe – nicht primäre Schutzkörper. Grenzen bestehen in:
mangelnder Durchschlagshemmung gegenüber Hochkaliber
begrenzter Temperaturstabilität (insbesondere bei direkter Hitze- oder Flammeneinwirkung)
geringerer struktureller Steifigkeit im Vergleich zu Metall oder Faserverbünden
Formveränderungen unter extremer Wärme
Weitere technische Hintergründe zu Temperaturverhalten und Witterungseinfluss finden Sie in den Ratgebern zur Temperaturbeständigkeit und Witterungsbeständigkeit.
| Material | Einsatzvorteile | Einschränkungen |
|---|---|---|
| Polycarbonat | transparenter Schutz, Splitterbindung, hohe Schlagzähigkeit | benötigt Laminatverbunde für höhere Schutzklassen |
| UHMW‑PE (PE‑1000) | Energieabsorption, hohe Abriebfestigkeit, Anti‑Rutsch | keine Transparenz, begrenzte Steifigkeit |
| Andere Kunststoffe | leichte Abdeckungen, Innenverkleidungen | nicht geeignet für ballistische Kernfunktionen |
Kunststoffe werden genutzt für:
transparente Sichtschutzmodule
Splitterbindungszonen
Stoßdämpfer- und Impact-Bereiche
leichte Innenraumkonstruktionen
Schutzabdeckungen sensibler Bauteile
Sie ergänzen dabei metallische und keramische Schutzsysteme, verbessern Ergonomie und Gewichtsbilanz und erhöhen die funktionale Sicherheit.
Im ballistischen Umfeld erfüllen Kunststoffe klar definierte Aufgaben. Polycarbonat bietet transparenten Schutz und Splitterbindung, während UHMW‑PE stoßabsorbierende und rutschhemmende Funktionen übernimmt. Für Durchschlagshemmung oder strukturelle Panzerung sind sie jedoch nicht geeignet. Als Ergänzung im Verbundsystem leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und Funktionsfähigkeit militärischer Anwendungen.